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Überrissener Polizeieinsatz auf dem Labitzke-Areal – 150 Personen feiern auf der Mobimo-Brache

22. Dezember 2014 – 22:00

Stille Nacht auf dem Labitzke-Areal – 150 Personen feiern auf der Mobimo-Brache

Mit einem Weihnachtsbuffet, Musik und Feuer feierten rund 150 Aktivistinnen und Aktivisten auf dem Labitzke-Areal den Leermond vor Weihnachten. Ein kunstvoller Holztannenbaum und Feuerwerk wurden angezündet. Das Christkindli flog auf die 64 Meter hohen Gerüste, welche das hochdimensionierte Bauprojekt abstecken, und markierte weit herum sichtbar mit gelbem Labitzke-Absperrband kometenhaft die Tatsache, dass Mobimo uns angelogen hat: Die auf Herbst 2014 versprochene Baubewilligung ist noch nicht in Sicht, einmal mehr haben Mobimo und Stadt Zürich einen „Abriss auf Vorrat“ durchgeboxt und den vielgefeierten kulturellen Mikrokosmos auf dem Labitzke-Areal hohlen Versprechungen geopfert.

Ex-Labitzke-Bewohner Nikolaus kommentiert: „Da haben wir die Bescherung – Mobimo hat der Öffentlichkeit bereits auf Herbst die Baubewilligu gähnt auf dem Areal eine wüste Brache. Nur noch die bunten Fassaden erinnern gespenstisch an den ehemals gefeierten kulturellen Mikrokosmos. Mobimo und die Stadt Zürich haben uns versprochen, keinen Abriss auf Vorrat zu betreiben. Das ist offensichtlich eine Lüge, wie ein simpler Augenschein vor Ort beweist. Wir haben genug von Gentrifizierung à la Europa-Allee und Kaltstetten, angetrieben durch die Profitgier von Immospekulanten wie Mobimo & Co. Wir fordern mehr Freiraum, selbstverwaltete Zonen und fröhliche Weihnachten für alle!“

Die Veranstaltung blieb trotz überrissenem Polizeiaufgebot, einer nervöser Einsatzleitung, aufgefahrenen Wasserwerfern, einem Pfeffergas-Einsatz, einer unnötigen Verhaftung und Personenkontrollen dank der  der Besonnenheit der Kundgebungs-TeilnehmerInen friedlich.

Das teils gemietete, teils besetzte Labitzke-Areal galt während 25 Jahren als eines der grössten Kultur- und Wohnexperimente in der Stadt Zürich. Das vorzeitige Ende der Nutzung zeigt, dass die Stadt von der auf die 80er Unruhen zurückzuführende Praxis abrückt, keine Räumungen und Abrisse auf Vorrat vorzunehmen. Damit setzt der Zürcher Regierungsrat den etablierten  „Sozial-Frieden“ zwischen BesetzerInnen, Autonomen, KünsterInnen und Stadt Zürich aufs Spiel.

Bilder von der spektakulären Kletteraktion, eine Auflistung der Lügen von Mobimo und weitere Informationen unter www.labitzke-areal.ch

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