— Recht auf Stadt

1. Mai 2012

Die Banlieu von Paris

Der Kampf findet hier statt: In den innenstädtischen Gebieten. Hier wo die Putzfrauen sich drum reissen, die Wohnung der geschäftigen Doppelverdiener zu putzen. Wo die Grafikerin sich in der Szenebar ein Projekt mischelt. Wo der Kellner des türkischen Familienrestaurants glücklich ist, die neue Bourgeoisie bedienen zu dürfen. Die Sexarbeiterin dem ewig nach Potenz dürstenden Manager schnellen Sex bietet. Der Künstler einen Auftritt erschnort. Und der Schwarzarbeiter eine Baustelle findet.

Der Kampf der Prekären findet nicht am Arbeitsort statt – denn sie haben keine Verträge oder einen regulären Lohn, die sie verbessern könnten. Der Kampf wird in der Innenstadt ausgetragen, dort wo die paar Krümel vom Tisch der Reichen herunterfallen: Bei der vielbeschäftigten Nachbarin, dem Restaurant und der Bar um die Ecke, am Sihlquai und den tausend Baustellen. Dort wo die Reichen hinkommen, um sich unterhalten, frisieren, bekochen, befriedigen, bedienen zu lassen.

In den Wohnquartieren weit draussen, da hat man verloren. Arbeit gibt es hier nicht, denn die Reichen kommen nicht in die hässliche und langweilige Schlafstadt. Für die Armen bleibt die Sozialhilfe – wenn man denn ein Recht darauf hat. Oder der Arbeitsweg hin zu all den Attraktionen, die man den Reichen bereitstellt und die dann zuhause fehlen.

Der Kampf ist der Kampf um den Raum, den Ort, wo man noch Chancen hat. Um den Ort, den man selber geschaffen hat. Aber der Manager und die Doppelverdienerin möchten nicht nur die Dienstleistung. Sie möchten auch die Aura jener konsumieren, die die Stadt herstellen, nahe sein am Geschehen, am pulsierenden Leben. Geld spielt für sie keine Rolle, sie zahlen jede Miete. Und so verlieren jene, für die die Miete ein Problem ist. Sie verlieren die Chance auf Teilhabe, auch wenn sie noch so klein ist. Und sie verlieren das Recht auf die Stadt – jene Stadt, die sie täglich produzieren.

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28. April 2012 – 13:00

Nicht angebunden ans Quartier, sondern an den Flughafen: Die Siedlung "Connect" in Altstetten

Mit dem Velo erkundet das stadt.labor die “Entwicklungsgebiete” von Altstetten. Das Quartier hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, Verdrängung und City-Building werden sichtbar. An verschiedenen Standorten thematisieren wir die rasanten Veränderungen des Stadtbilds und die dahinter stehenden Pläne: Für wen wird in Altstetten gebaut, wer profitiert von der geplanten Limmattalbahn, wie hat sich der öffentliche Raum in Altstetten verändert und wer profitiert von der Entwicklung? – sind nur ein paar Fragen, die uns auf der Rundfahrt begleiten. Am Schluss des Rundgangs fahren wir gemeinsam zur Kaserne zum 1. Mai-Fest.

Sa, 28. April, 13.00
Besammlung: Bahnhofplatz Altstetten

Eine Veranstaltung im Rahmen des 1. Mai-Festes

Vom Stadtlabor

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25. April 2012 – 20:30

Eine Mischung aus Marginalen, Sportlern, Sommerfrischlern, Subkulturellen und Künstlern: Der Mauerpark in Berlin

Der Mauerpark ist einer der populärsten Parks in Berlin. Er bietet Freiraum für künstlerische Entfaltung, ist Veranstaltungsort für einen riesigen Flohmarkt sowie interkultureller Treffpunkt für Menschen aus allen Schichten – auch der Schriftsteller Wladimir Kaminer und der Gründer der Loveparade Dr. Motte gehören dazu. Zugleich ist der Stadtpark zwischen Prenzlauer Berg und Wedding auch ein Symbol für den Wandel der beiden Bezirke. Regisseur Dennis Karsten hält die Vielfalt, Geschichte und Realität des populären Parks fest und begleitet die verschiedensten Personen durch die Grünanlage. Der Film taucht tief in den Mikrokosmos Mauerpark ein und bietet Einblick in eine überraschende Parallelwelt, die durch die Bebauungspläne einer Immobiliengesellschaft bedroht ist.

Mehr zum Film
Vom Stadtlabor
Im Beautysalon

Mi, 25. April 2012, 20.30
Autonomer Beautysalon, Hohlstr. 481, Zürich-Altstetten

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11. April 2012 – 20:30

Gewollte ungewollte Kreative: Amsterdamer Häuserbesetzerinnen ziehen ein

Film von Tino Buchholz, Amsterdam 2011, 55 Min, E/d
Einführung Philipp Klaus, INURA.

Kreativität wird heute von vielen Städten gefördert, sie ist Teil des Wettbewerbs zwischen Städten. Doch was, wenn angesichts explodierender Immobilienpreise und immer weniger Freiflächen kaum mehr Raum für KünstlerInnen vorhanden ist? Die Stadt Amsterdam ist bereits so um ihren Ruf als kreative Stadt besorgt, dass sie ein Raumprogramm “für das Basissegment der Kreativindustrie” entwickelt hat. Gleichzeitig ist das in Holland mit langjähriger Tradtion verbundene Besetzen seit 2010 illegalisiert. Der Film bringt verschiedene Akteure vor die Kamera, fragt was passiert, wenn der Hype um die Kreativen vorüber ist und thematisiert das Recht auf Stadt.

Mehr zum Film
Vom Stadtlabor
Im Beautysalon

Mi, 11. April 2012, 20.30
Autonomer Beautysalon, Hohlstr. 481, Zürich-Altstetten

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 – 30. März 2012 19:00

Die EUR in Rom: Von Mussolini erbaut, dann Tagungsort der "Koalition der Willigen"

Giordano Pennisi hat als freischaffender Fotograf und Aktivist der BesetzerInnenszene Roms in den letzten 10 Jahren kaum eine Demonstration, Besetzung oder Anti-Räumungsblockade verpasst und Bilder, Flyer, Zeitungsartikel und Video- und Audio-Aufnahmen gesammelt. Die drei Teile der Ausstellung (Orte, Gesichter, Aktionen) kreisen um die Idee von Erinnerungen, Spuren einer all zu oft vergessenen Vergangenheit. Viel riskierend und oft verhaftet, hat Pennisi tausende Geschichten zusammengetragen, von Segregation, von Kindern von Fahrenden in Wohnwagen, die zu kalt zum Schlafen sind (und zu leicht anzuzünden), von somalischen Flüchtlingen auf der Suche nach einer Zukunft (weil ihre Vergangenheit schon lange gestohlen wurde), von Studierenden, ArbeiterInnen und Familien in Rom, zu arm, damit es bis ans Monatsende reicht. Gewöhnliche Geschichten, alltägliche und stille Erzählungen von Leid, aber manchmal auch Geschichten von Kampf und Selbstorganisierung.

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22. März 2012 – 20:00

Im Rahmen der Aussersihl-Ausstellung im Helmhaus findet eine Diskussion über die Europaallee statt. Einseitiger könnte die Besetzung nicht sein: Auf dem Podium sind die neue Direktorin Stadtentwicklung Zürich Anna Schindler, der Gallerist Silvio Baviera (“Hören Sie mir auf mit diesem Gerede von Gentrifizierung! Es stimmt einfach nicht.” Zitat Tages-Anzeiger vom 19.2.2012) und vier ArchitektInnen. Damit dieses einseitige Podium nicht zur Schlafnummer wird, braucht es zumindest im Publikum kritische Stimmen.
Also hingehen!

Und wer daheim bleibt: Verfolgt in unserem Twitterblock auf “Recht auf Stadt” taufrisch alle Geschehnisse im Helmhaus.

Zur Ausstellung

Kunst hinterlässt Spuren, entsteht im Alltag, vergeht, verändert sich ständig. Sie ist unbezahlbar, weil nicht verkäuflich, sondern vergänglich. Sie kann nicht konserviert, gehandelt und nur beschränkt ausgestellt werden. Sie ist keine Wertanlage. Seit jeher bildeten gerade die marginalisierten Ecken und Ränder der Gesellschaft einen Freiraum, in dem KünstlerInnen einen nichtkommerziellen Platz finden, um ihre Ideen umzusetzen. Wie seit mehr als 40 Jahren in besetzten Häuser und Fabriken. Die Sprengung der gesellschaftlichen Konventionen schafft erst die Voraussetzung, damit neue und ungewöhnliche Ideen spriessen und gedeihen können – ohne kommerziellen oder sozialen Druck.

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16. März 2012 – 19:00

Ergänzen die neuen Mega-Kirchen den Neoliberalismus oder verkörpern sie ihn?

Erst kürzlich ist die International Christian Fellowship (ICF), eine internationale christliche Freikirche, in den Alten Zürcher Güterbahnhof eingezogen. Sie feiert nun ihre poppigen Gottesdienste da, wo der Verein Güterbahnhof für quartiernahe und günstige Räume für die lokale Bevölkerung gekämpft hat. Und zahlt dafür viel Geld. Die ICF ist nicht ein Zürcher Phänomen – überall auf der Welt entstehen Mega-Kirchen im urbanen Raum und übernehmen vielerorts Funktionen, die eigentlich der (Sozial)Staat erfüllen sollte.

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1. März 2012 – 18:00

Abseits von Beliebigkeit – aus einer Position heraus – Kritik übend an institutionellem Betrieb

  • aus Anlass der Stellenausschreibung des Leitungsteams/Kuratoriums
  • weil Kollektivität unkuratierbar ist
  • um Theorie, Aktivismus und künstlerische Praxis zusammenzuführen

… rufen wir zur Vollversammlung auf

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 – 6. September 2012

“Recht auf Stadt” Kongress
Dokumentieren – Informieren – Vernetzen – Animieren

Das “Recht auf Stadt”, sei es im Zusammenhang mit erschwinglichem Wohnraum oder der Nutzung des “Öffentlichen Raumes”, das Recht Freiraum zu schaffen und zu nutzen, das Recht unseren Lebensraum selbst zu gestalten – all dies wird immer stärker eingeengt. Manchmal aktiv und direkt, sei es durch Zwangsräumungen oder Platzverweise. Oftmals aber nur so nebenbei, durch die Verdichtung der Reglemente und Ausbreitung von Kontrollmechanismen, welche immer weniger Lücken zur Entfaltung lassen; durch die Kommerzialisierung des Raumes, wenn sich Grosskonzerne, Ladenbesitzer_innen und Diskotheken um die letzten freien Plätze balgen.

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Graffiti am UWAGA

Heute (Mittwoch) früh soll das besetzte Gebäude an der Brandschenkestrasse geräumt werden.

Diese Räumung ist keine gewöhnliche Räumung, sie ist Zeichen eines neuen Vorgehens gegen Besetzungen in Zürich. Bislang wurden die durch Besetzungen zwischengenutzten Gebäude zumeist erst dann geräumt bzw. verlassen, wenn der Umbau oder Neubau kurz bevorstand. Das war eine pragmatische Lösung für alle Beteiligten. Das Vorgehen an der Brandschenkestrasse ist neu (das gleiche Vorgehen scheiterte an der Hohlstrasse/Autonomer Beauty Salon dank geleistetem Widerstand). Häuser dürfen während eines laufenden Baubewilligungsverfahrens nicht abgerissen werden. Das eröffnete in der Vergangenheit viele Möglichkeiten der Zwischennutzung durch BesetzerInnen.

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