— Recht auf Stadt

Die Barrikade ist auch ein Kunstwerk: Das Labitzke bleibt farbig und widerständisch.

Nach zwei Wochen Barrikaden-Bau türmen sich wahre Kunstwerke vor dem Labitzke – geschweisst, auf Rädern, mit viel Liebe und Wut zusammengezimmert. Offensichtlich haben die Besetzer_innen des Beautysalons und jene der alten Fabrikhallen nicht vor bald zu gehen – ganz anders, als es die NZZ annimmt. Der Mobimo ist offenbar mittlerweile die Lust vergangen, das Labitzke stürmen zu lassen; jedenfalls haben sie auch den 1. April als Räumungstermin verstreichen lassen.

Ein wichtiger Grund dieser Unlust (oder des Unvermögens?) sind die renitenten Mieter_innen, die den Prozess gegen ihre Vermieterin ans Bundesgericht weitergezogen haben. Ein anderer, dass die Mobimo bisher noch nicht mal eine Baueingabe gemacht hat, geschweige denn über eine Baubewilligung verfügt. Verfährt die Stadt weiterhin nach ihrer Räumungspraxis seit 1991, wird sie eine reguläre Baubewilligung erwarten bevor sie räumt.

Auch sonstige Stadt-Aktivist_innen mögen offenbar die Mobimo nicht, über Zürichs Grenzen hinaus. So verliehen sie an der Generalversammlung der Mobimo dem börsenkotierten Immobilienhai den “Award Excrèment 2014″. Die message war klar: Mobimo baut scheisse und zwar nicht nur in Zürich, sondern z.B. mit ihrer Überbauung Agglolac auch in Biel.

Derweil gehen die Veranstaltungen im Autonomen Beautysalon weiter wie gehabt. Besonders empfehlenswert ist “Sphaghis und bewegte Filme”, die im Rahmen von “Wem gehört Zürich” jeden Donnerstag Filme zur Verdrängung zeigt.

Nicht nur haben die Besetzer_innen und Mieter_innen fest vor zu bleiben. Auch andere Organisationen und Netzwerke geben den wichtigen Freiraum nicht auf; bereits haben sich die Autonome Schule Zürich und Wem gehört Zürich? mit den Widerständischen solidarisiert.

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Gestern Samstag um 15.00 wurde am Limmatplatz ein Haus für kurze Zeit besetzt. Die Aktivist_innen machten mit der Aktion auf einen ganz konkreten Fall von Aufwertung und Verdrängung aufmerksam.

Die samstäglichen Shopper_innen am Limmatplatz staunten nicht schlecht, als um 15.00 plötzlich Transparente aus einem leer stehenden Altbau-Haus entrollt wurden. Zwei Stunden später stand vor dem Haus eine Bühne, spielte Musik und wurde Essen verteilt. Und nochmals zwei Stunden später war die Aktion zu Ende und erinnerte nichts mehr ausser den Transparenten daran, dass dieses Haus einmal von ganz normalen Mieter_innen bewohnt worden war.

Die Aktivist_innen machten mit ihrer Aktion auf ein konkretes Beispiel von Verdrängung durch Aufwertung aufmerksam: Den Mieter_innen wurde mit dem Hinweis gekündigt, dass die Wohnungen für ein anderes Mieter_innen-Segment vorgesehen sei und sie darum nicht zurückkommen könnten. Tatsächlich werden die grossen Wohnungen nach der Renovation das Doppelte kosten. Einmal mehr ist auch hier die CS als Besitzerin der Liegenschaft für die Aufwertungs- und Kündigungs-Aktion verantwortlich.

Flyer der Aktivist_innen

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 – 25. März 2014

In der Binz stand bis letzten Mai ein autonomes Kulturzentrum, Frei-, Wohn- und Arbeitsraum. Seit bald einem Jahr klafft hier eine Brache.

Ginge es nach der Mobimo, würde das Labitzke-Areal per ersten April geräumt. Doch die Besetzer_innen sind entschlossen zu bleiben und veranstalten eine Barikaden-Bau-Woche auf dem Areal.

Am ersten April soll alles plattgemacht werden: Der autonome Beautysalon, die Labitzke-Fabrikgebäude samt Besetzer_innen und renitenten Mieter_innen. Wie sich die Mobimo das vorstellt mit MieterInnen, die voll im Berufungs-Prozess am Obergericht stehen, und mit Besetzer_innen, die ihre autonomen Zentren diesmal sicher nicht dem Abriss auf Vorrat preisgeben werden, ist nicht klar. Klar ist nur: Die Brache der ehemaligen Binz reicht – Zürich braucht Freiräume, keine Baulücken. Und die Mobimo eine Baubewilligung.

Die Besetzer_innen laden zur BeFESTigungswoche, wo sich alle am heiteren Barikadenbau beteiligen können – auch du!

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Dieses Wochenende ist der Teufel los auf dem Labitzke-Areal. Da werden Filme gezeigt (my favorite: Eat the Rich), fein gekocht, ausgestellt, musiziert und nicht zuletzt: Diskutiert. Wie soll es weitergehen mit dem Labitzke? Was ist zu tun und v.a. – wer macht es? Kommt also alle am Samstag 01.03.14 um 16.00 mit euren Ideen, zwei Händen und einem Kopf, um sie zu verwirklichen.

Das ganze Programm

+ CINE MANIA +

Kino-Marathon Freitag + Samstag mit Bar, Horrorkeller, Workshops, …

+ HAUS IM AUS +

Kunst + Ausstellungen + Performances

+ VOKÜ +

am Freitag + mit Kino am Samstag

+ MEI MEI +

Vernissagenparty am Freitag + 1. Jahr KLUBI am Samstag

+ DISKUSSION +

Am Samstagnachmittag offene Diskussion über die Zukunft des Areals

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27. Februar 2014 – 19:00

Ein sehr unschöner Tag rückt näher: Der 31. März, ab dem wir uns nicht mehr im Autonomen Beautysalon treffen, austauschen, essen, Filme schauen, Konzerte hören, einfach sein und geniessen können. Denn irgendwann in ferner Zukunft plant die Mobimo eine Überbauung zu realisieren, in die Leute mit weit grösserem Budget, höheren Ansprüchen und bedeutend weniger Kollektivleben und unkommerziellem Schaffen einziehen werden. Umso mehr gilt es, die letzten Höhepunkte im ABS zu erleben.

Nicht schön: Präsentation, Diskussion, Lesung und Musik zur Stadt und ihren Gärten
Donnerstag, 27.2.2014, 19Uhr

Autonomer Beautysalon, Hohlstrasse 481, 8048 Zürich-Altstetten

19 Uhr: Wie immer Spaghis
20 Uhr:

Kollektive Gärten in Berln
Als Gartenaktivistin berichtet Dörte Martens über die Gemeinschaftsgärten in Berlin und ihre Bedeutung für die aktive Mitgestaltung von Stadt. In einer anschliessenden Diskussion können wir uns zum Beispiel fragen, was das Politische an diesen Projekten ist, für wen diese Gärten sind, was Zürich von Berlin lernen kann und umgekehrt.

Anschliessend:

Nicht Schön – Lesung und Musik
Textcollage zu dieser und anderen Städten (Gabi Schwegler, Gianna Molinari); Musik: audible instant violin el situa (Philipp Klaus)

Eine Veranstaltung im Rahmen von “Wem gehört Zürich?”

http://www.wem-gehoert-zuerich.ch/
autonomerbeautysalon.wordpress.com

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… trotz Mobimo, Drangsalierereien, Unbewohnbarmachung, nicht funktionierenden Heizungen und den ganzen übrigen Problemen…

Ausstellung und Party am 28.02.2014
Labitzke, Albulastr. 36, 8048 Zürich-Altstetten

https://bleib-farbig.net

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4. März 2014 – 20:00


Di, 4. März 2014, 20.00 Uhr
Autonomer Beautysalon, Hohlstrasse 481

Der Aktivist und Stadtforscher Andrej Holm berichtet über die aktuellen stadt- und wohnpolitischen Proteste in Berlin. Andrej Holm ist in verschiedenen Berliner Stadtteil- und Mieterinitiativen aktiv und betreibt einen Gentrificationblog. Vor über zwei Jahren hat er im Autonomen Beauty Salon bereits einmal über Gentrification und verschiedene “Recht auf Stadt”- Bewegungen gesprochen. Seither ist mit “Wem gehört Zürich” eine neue “Bewegung” entstanden und das gesamte Labitzke-Areal besetzt worden. Eine Diskussionsveranstaltung versucht Bezüge zwischen Berlin und Zürich herzustellen. Moderation: Philipp Klaus, INURA Zürich.

Programm des Autonomen Beauty Salons
Wem gehört Zürich?

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16. Januar 2014
17. Januar 2014
18. Januar 2014

Die diesjährige “Tour de Lorraine” bringt frischen Wind in die Berner Stadtentwicklung: Unter dem Titel “Hier baut das Quartier!” werden internationale und Berner Stadtentwicklungs-Initiativen vorgestellt, gefeiert und diskutiert. Neben einem reichhaltigen kulturellen Programm finden Workshops, Quartierversammlungen, Führungen und Präsentationen statt. Die Begleitpublikation und Beilage der WoZ beleuchtet mit Hintergrundartikeln die Rolle der Linken in den neoliberalen Stadtentwicklungsprozessen.

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6. Januar 2014 – 22:00

Heute you-tube-Party auf dem Labitzke - kommen und weiter-sms-len!

Nach Angaben der Mobimo hat sie heute bei der Polizei ein Räumungsgesuch eingereicht. Dabei müsste sie als Vermieterin es eigentlich besser wissen als die Medien: In der ehemaligen Farbfabrik wohnen noch reguläre Mieter_innen, denen das Leben bereits jetzt schwer gemacht wird.

Grossspurig liess Christine Hug, Sprecherin der Mobimo, am Freitag durch die NZZ verlauten, dass heute bei der Polizei eine Anzeige eingereicht werde und die Gebäude dann polizeilich geräumt werden. Wie die Mobimo dies bewerkstelligen sollte, ist unklar; denn immer noch leben reguläre MieterInnen in einigen der Fabrikhallen, obwohl von den Medien fälschlicherweise verbreitet wird, dass das ganze Areal besetzt sei. Wie die MieterInnen in ihrer heutigen Medienmitteilung schreiben, ist es für sie bereits jetzt schwierig, ein normales Leben mit Heizung und Wasser aufrecht zu halten. Wie aber die Mobimo gedenkt, die Gebäude nicht nur zu räumen, sondern es grad auch noch zu zerstören, ohne die verbleibenden MieterInnen zu tangieren, bleibt unklar. Dass  die Handwerker der Mobimo bei verlassenen Räumen Hand brachial anlegen, haben die Erfahrungen der letzten Wochen rund um die von den MieterInnen bewohnten Hallen jedenfalls schon gezeigt.

Derweil geht die Party weiter: Die Boschbar macht ihre you-tube-Party heute nicht etwa im Provi, sondern in der Fabritzke. Na dann User Generated Contents und Augmented Reality ahoi und auf durch den – nicht nur – musikalischen Orbit!

ArtikelTagesanzeigers 07.01.2014
Artikel Neue Zürcher Zeitung 07.01.2014
Artikel 20 Minuten 07.01.2014
Limmattaler Zeitung 08.01.2014

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2. Januar 2014 – 22:00

Seit gestern 22.00 sind auch die anderen Fabrikgebäude auf dem Labitzke-Areal in Zürich-Altstetten besetzt. Höchste Zeit, denn um 7.30 heute morgen sollte nach Plan der Mobimo die Schlüsselübergabe der verbleibenden MieterInnen stattfinden.

Ein Gewusel, wie man es sein Jahrzehnten auf dem Labitzke-Areal kennt – auch nachts. Doch diesmal ist es keine Party, kein Konzert, kein Gottesdienst und auch kein Theater – die langjährigen Mieter_innen des Soziotops räumen ihre Veranstaltungsorte, Werkstätten, Ateliers und Schlafzimmer. Albanische Männer tragen Bar-Requisiten umher, der Pneu-Händler hat seine Werkstatt grade eben fertig ausgeräumt und auch die Betreiber der “Farbfabrik” sind bereit, ihren Konzertraum besenrein abzugeben. Nur der Autonome Beautysalon liegt etwas verlassen im Dunkeln (auch wenn Tele Züri unwissentlich das Gegenteil behauptete) und auch die verbleibenden Mieter_innen der WGs scheinen es sich in ihren Gemeinschaftsküchen gemütlich zu machen. Ganz im Gegensatz zu den Leuten, die nun ins Areal strömen und eiligst Barikaden bauen, um einen Abriss auf Vorrat zu verhindern. Denn die Mobimo hat für ihre künftigen “300 Wohnungen im mittleren Preissegment” noch nicht mal eine Baubewilligung eingegeben.

Flugblatt der Besetzer_innen
Medienmitteilung der Besetzer_innen
Artikel NZZ, 03.01.2014

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